Ein Kind verändert alles. Richtig, aber was genau eigentlich?

Ein Kind verändert alles. Richtig, aber was genau eigentlich?

Vorfreude und Sorge halten sich bei den meisten werdenden Eltern die Waage. Einerseits freuen sie sich auf den vielleicht sogar langersehnten Nachwuchs, andererseits wird ihnen Angst und Bange mit Blick auf die Vorhersagen, die alle in eine Richtung weisen: Ein Kind verändert alles. Das ist zunächst einmal richtig, denn ein Kind ist ein Lebewesen mit Gefühlen, Emotionen, Wünschen und Bedürfnisse, die ein Zusammenleben immer auch ändern. Welche Punkte sich aber nicht ändern müssen oder oftmals auch deutlich zu dramatisch klingen, verrät dieser Beitrag.

1.)   Bye, bye Zweisamkeit!?

Die Anfangszeit mit Baby ist für alle (!) Beteiligten eine Umstellung. Das heißt: Nicht nur das Baby ist neu auf dieser Welt und in diesem Leben, sondern auch die Eltern sind neu in ihrer Rolle als verantwortlicher Beschützer. Das ist erstmal anstrengend, weil der Druck groß ist 24/7 in „Bereitschaft“ zu sein. Dass daraufhin in vielen Partnerschaften das Maß an Zweisamkeit sinkt, ist auch vergleichsweise „natürlich“, allerdings wird der Mangel Zweisamkeit häufig viel dramatischer dargestellt als es de facto der Fall ist bzw. sein müsste.

Abbildung 1: Auch mit Baby ist es wichtig, Zeit für Zweisamkeit zu schaffen. Sonst verlieren sich die Partner in ihrer Elternrolle. Während der Paar-Zeit sind Babythemen natürlich nicht komplett tabu. Allerdings darf es auch einmal um andere Themen außer Windeln und Co. gehen.

Tipp: Die Zeit für Zweisamkeit reduziert sich nicht etwa auf null, sondern verlagert sich auf Zeiten, auf die sich nur wenige Elternpaare einzustellen vermögen. Vielleicht hat das Kind einen unruhigen Schlaf bei Nacht, mag sein. Doch dann könnte alternativ der Mittagsschlaf des Kindes zumindest an den Wochenenden dazu dienen, Zweisamkeit zu genießen. Eine Kuschelstunde auf der Couch, eine Tasse Kaffee und ein gutes Gespräch in Ruhe – und voilà: Mit ein bisschen zeitlicher Flexibilität klappt es auch wieder mit der Zweisamkeit. Später dürfen dann auch Paten oder Großeltern das Babysitten abends für zwei bis drei Stunden übernehmen. Eltern sollten – um ihretwillen und, um ihre eigene Kraft zu bewahren – aktiv „Paarzeit“ einplanen.

2.)   Freizeitgestaltung mit Kind ist durchaus möglich


Tipp:
Ist das Kind etwa ein halbes Jahr alt, sind Babytaschen eine prima Alternative zum Kinderwagen. Sie lassen sich leicht umschnallen und verbannen den fahrbaren Untersatz des Nachwuchses zunächst einmal in den Keller oder die Garage. Wanderungen, längere Spaziergänge oder andere Ausflüge sind so in jedem Fall möglich. Wird das Kind älter, freut es sich umso mehr darauf, selbst aktiv zu werden. So wird der Ausflug mit Laufrad oder Fahrrad im Kleinkindalter zum großen Event.Der Nachwuchs vereinnahmt in jedem seiner Lebensabschnitte ein unterschiedliches Maß an Zeit. Als Baby wird das Kind umsorgt und gepflegt, im Kindergartenalter wollen Kindergartenfreunde und Freizeitaktivitäten wohl koordiniert werden und im Schulkind- und Jugendalter müssen eben diese Freizeitaktivitäten auch noch auf die schulischen Anforderungen abgestimmt werden. Das heißt abermals (wie bereits in Punkt 1 bemerkt): Flexibilität ist nötig, um trotz Kind weiterhin eine spannende Freizeitgestaltung zu ermöglichen.

3.)   Kein Urlaub mehr für die nächsten Jahre!?

Wenn die Sorge darüber, dass ein Urlaub mit Kind „zu anstrengend“ ist, die Eltern zu dieser Aussage bewegt, dann sei an dieser Stelle eine Entwarnung ausgesprochen: Urlaub mit einem Baby ist meist noch viel entspannter als mit einem laufenden Kleinkind auf Entdeckungstour.

Tipp: Eltern tun gut daran, sich als Ziel ihres Urlaubs nach einer familienfreundlichen Unterkunft umzusehen, die viele wichtige Dinge rund ums Kind bereits vorhält. Ferienwohnanlagen offerieren oftmals die Möglichkeit, ein Babybett aufzustellen, positionieren auf Wunsch einen Hochstuhl in der Ferienwohnung und stellen sogar Leih-Kinderwägen und/oder Bollerwägen zur Verfügung. Das alles reduziert die Ausmaße des Gepäcks deutlich. Um ein Höchstmaß an Flexibilität zu gewährleisten, ist zu einer Anreise mit dem Auto zu raten. Das minimiert auch die Sorge um etwaiges Übergepäck bei einer Flugreise. Mit Blick auf Urlaubszeit und Urlaubsziel sollte vorab ein Blick auf das Klima im Land geworfen werden. Zu heiß sollte es gerade für kleine Kinder nicht sein.

4.)   Keine Anschaffungen mehr in der nächsten Zeit?

Ganz egal ob sich Eltern für das klassische Elterngeld oder die Variante ElterngeldPlus entscheiden, Fakt ist: Das Geld wird zunächst einmal knapper, wenn nicht beide Elternteile ihren vollen Verdienst einbringen. Am sprichwörtlichen Hungertuch müssen Familien mit Kindern dennoch nicht nagen, wenn sie beispielsweise vor der Geburt des Kindes an der Steuerschraube drehen oder für größere Anschaffungen die Aufnahme eines Kredits in Betracht ziehen.

Tipp: Korrekt ist in diesem Zusammenhang, dass es schwieriger ist im Status „Elterngeld-Bezieher“ einen Kredit bewilligt zu bekommen. Der Grund dafür ist schnell erklärt: Kreditgeber können das Elterngeld nicht als fixes Einkommen ansehen, weil sie nicht absehen können, wie es um den anschließenden Verdienst aussehen kann. Dennoch gibt es Möglichkeiten, in der Phase des Elternbezugs einen Kredit zu erhalten:

  • wenn das arbeitende Elternteil den Kredit beantragt,
  • wenn es einen Bürgen oder Mit-Antragsteller gibt,
  • wenn die Schufa eine ausreichende Bonität bescheinigt,
  • wenn das Elterngeld nicht das einzige Einkommen darstellt.

Fazit: Der Nachwuchs verändert bereichert das Leben

Wer die eigenen Kinder als Bereicherung versteht, kann ohne Sorge ins Abenteuer Familie starten. Grundvoraussetzung, um nicht „unglücklich“ mit der neuen Konstellation zu werden, ist, seine eigenen Wünsche zu kennen und zu leben.

Weitere Beiträge
Die Folgen des Klimawandel