Altersvorsorge: Frauen müssen aktiv werden

Viele junge Frauen zögern es heraus, das Thema Altersvorsorge aktiv anzugehen. Die Rente scheint weit weg, aktuelle Herausforderungen wie der Berufseinstieg oder die Suche nach einem Kita-Platz erscheinen dringender. Jede dritte Frau kümmert sich derzeit nicht um ihre Altersvorsorge. Doch je länger Frauen das Thema Rente vor sich herschieben, desto geringer fallen die Bezüge am Lebensabend aus.

570 Euro erhalten Frauen durchschnittlich als monatliche Rente, Männern dagegen fast 1000 Euro. Gerade für Frauen ist eine private Altersvorsorge also wichtig. Bleibt vom Einkommen noch etwas übrig, dann wird sich etwas gegönnt, statt zu sparen. Das ist zumindest bei 41 Prozent der Frauen der Fall. Dazu kommt, dass Sparen in Zeiten niedriger Zinsen als unattraktiv gilt. Diese Denkweise sollten Frauen jedoch ablegen. Wer im Alter seinen Lebensstandard halten möchte, muss jetzt dafür vorsorgen. Bei ihrer Altersvorsorge sollten sich Frauen am Drei-Säulen-Prinzip orientieren. Das ist nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Schweiz ein bewährtes Vorsorgeprinzip. Wie das für die Schweiz aussieht, erklärt der Finanzdienstleister MoneyPark. Für Frauen in Deutschland sehen die drei Säulen für die Vorsorge wie folgt aus:

Erste Säule: Gesetzliche Rente

Um diese Säule muss man sich nicht kümmern? Das stimmt so nicht. Zwar werden die Beiträge für die gesetzliche Rentenkasse automatisch abgeführt, doch es gibt viele Fallstricke. Frauen sollten ihren jährlichen Rentenbescheid daher genau lesen. Bei Lücken oder Unstimmigkeit im Versicherungsverlauf heißt es: Kontakt mit der Deutschen Rentenversicherung aufnehmen. Eventuell kann die Lücke mit dem Nachreichen einiger Unterlagen geschlossen werden. Jeder Monat ist für spätere Rentenzahlungen relevant. Es hilft zudem, sich die umfangreichen Informationen auf der Webseite der Deutschen Rentenversicherung durchzulesen.

Zweite Säule: Betriebliche Altersvorsorge

Bei der Betriebsrente wird ein Teil des Bruttogehalts steuer- und sozialabgabefrei in die Altersvorsorge investiert. Die genaue Form der Absicherung hängt vom Arbeitgeber ab. In einigen Firmen gibt es bereits eine Zusatzversorgung für die Mitarbeiter, in anderen ergibt sich die Betriebsrente aus dem Tarifvertrag. Teilweise wird die betriebliche Altersvorsorge von den Unternehmen bezuschusst.
Darüber hinaus können Arbeitnehmerinnen selbst verlangen, dass ein Teil ihres Bruttogehalts in eine betriebliche Altersvorsorge fließt. Bis zu 248 Euro müssen keine Steuern und Sozialabgaben gezahlt werden.

Dritte Säule: Private Vorsorge

Staatliche Zuschüsse gibt es bei der Riester-Rente. Doch der Nutzen dieser Anlageform wird derzeit heftig diskutiert. Der Abschluss privater Renten- und Lebensversicherungen war lange Zeit eine der beliebtesten Anlagemodelle der Deutschen. Hier ist der Garantiezins allerdings von vier Prozent während der Jahrtausendwende auf nur noch 1,25 Prozent gesunken. Frauen sollten sich daher nicht scheuen, sich mit anderen Anlageformen zu befassen. Relativ hohe Renditen gibt es bei Fondsparplänen oder Indexfonds. Beim Fondsparen zahlt der Anleger regelmäßig Geld in einen Aktienfonds ein. Beim Indexfonds wird das Geld nicht auf einzelne Aktien gesetzt, sondern auf die Entwicklung eines ganzen Aktienmarktes.

Man weiß nie was die Zukunft bringt. Doch wenn man sich nicht mit der Altersvorsorge beschäftigt, dann wird die Zukunft nur wenig ertragreich sein. Alle Rentenmodelle haben ihre Schwächen. In Kombination sollten sie jedoch reichen, um als Rentnerin nicht in die Altersarmut abzurutschen.

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