Urlaub mit Kindern

Wann sind wir endlich da?

Urlaub mit Kindern

Wir haben schon alles durch: Auto, Flugzeug, Zug. Wie sich herausgestellt hat, sind wir dabei main stream: das Auto ist uns am liebsten. Das Gefühl von Freiheit. Unabhängigkeit.

Viel Platz im Auto

Man fährt, wann man will und kann pro Nase deutlich mehr als 23 Kilo einpacken. Den Roller. Den Eimer. Die Schaufel. Das große Feuerwehrauto. Jeder Passagier hat seinen festen Platz. Und wenn die Kurzen quengeln, wird der nächste Rastplatz angefahren und Bewegung ist angesagt. Pausen sind wichtig – für Fahrer wie Kinder. Auf Strecke gibt es ja genug moderne Raststätten und der Windelwechsel wird nur in Ausnahmefällen eine Turnübung auf der Rückbank. Die Autobahn-Restaurants sind auf Familien eingestellt: Hochstühle und Kindermenüs sind Standard. Und während die Eltern noch ihren Nachtisch-Kaffee genießen, toben die Kleinen noch ein bisschen auf dem Spielplatz.

Starten, wann man möchte

Wer auf Quengelei und Streitereien während der Fahrt verzichten möchte, kann auch nachts starten. Satt und müde im brummenden Fahrzeug, fallen die Kleinen meist in kürzester Zeit in Tiefschlaf. Nachtfahrten sind aber nicht jedermanns Sache und am ersten Ferientag im Hotel ist der Fahrer oft auf dem Hund.
In der Ferienzeit, wenn alle unterwegs sind, muss allerdings mit Stau gerechnet werden. Wichtig deshalb: immer genügend Getränke wie ungesüßten Tee, dünne Apfelschorle oder Wasser bereithalten. Im Winter ist auch eine Decke empfehlenswert. Etwas Proviant kann ebenfalls helfen. Vor allem auch mal (ungesunde) Leckereien, die es sonst nicht gibt.

Für Unterhaltung sorgen!

Und dann die Langeweile. Kaum auf der Autobahn, kommt bereits die Frage: „Wann sind wir da?“ Kleine Kinder lassen sich eine Weile gut mit Fingerspielen und Singen bespaßen. Sind die Beifahrer alt genug, dienen Toniebox oder Hörspiel-Apps dem Zeitvertreib. Altbewährte Spiele wie „Ich sehe was, was du nicht siehst“ funktionieren dabei immer noch. Wer lesen kann und will, hat`s gut, aber nicht jeder verträgt den Blick nach unten während der Fahrt (Reisekaugummi im Handschuhfach sind dabei nie verkehrt). Auch DVD-Player an der vorderen Kopfstütze können in Null-Komma-nix zeitweilig Entspannung für alle Insassen bringen.

Im Zug

Hier ist mit Übelkeit selten zu rechnen. Ebenso fällt der Stressfaktor Stau weg. Oft ist man sogar mit der Bahn schneller am Ziel als auf der Autobahn. Eine Familie ist im Sechser-Abteil gut aufgehoben. Man ist oft unter sich und auf die freien Plätze setzen sich in der Regel freiwillig nur entspannte Naturen. Und für aufgeweckte Kinder ist der „Freilauf“ praktischer weise begrenzt. In den Fernzügen der Bahn werden aber auch extra Kleinkinder-Abteile angeboten. Da darf es turbulent und laut zu gehen. Klos sind in der Nähe und der Kinderwagen findet auch noch Platz. Die Abteile sind beliebt, deshalb auf jeden Fall früh genug reservieren. Egal, wie man sich entscheidet, genügend Proviant in handlichen Portionen – Fingerfood – mitnehmen. Reinigungstücher sind auch eine gute Sache, ebenso ein Beutel für den Abfall!

Service für Familien

Eine angenehme Seite bei Reisen mit der Bahn: wer mehrmals umsteigen muss, kann sein Gepäck extra befördern lassen. Diesen Service bietet die DB in Zusammenarbeit mit einem Kurierdienst, der die sperrigen Teile bereits zu Hause abholt. Der Rest geht in eine Umhängetasche oder einen Rucksack. Geld oder Nerven sparen? Für letzteres lieber Verbindungen mit wenigen Zugwechsel buchen.
Hat man sich auf seinem Sitzplatz erstmal etabliert, kann der Urlaub sofort beginnen, denn auch die Eltern können es sich bequem machen, ohne auf den Verkehr achten zu müssen.

Mit dem Flugzeug

Das nützt einem aber alles nix, wenn man auf eine Insel im Süden oder auf einen anderen Kontinent reisen möchte. Bei zwei Wochen Familienurlaub spielt außerdem der Faktor Zeit auch eine Rolle. Aber auch im Flugzeug kann man sich schon wie im Zug zu Beginn der Reise entspannt zurücklehnen.
Wenn man erstmal sitzt. Um den Platz der Wahl zu ergattern, heißt es früh vor Ort sein, oder den Online-Check-in nutzen. Meist werden aber von den Fluggesellschaften ohnehin die Reihen zwischen den Kabinenabschnitten für Familien reserviert. Dort lässt sich auch ein Babybettchen anbringen, allerdings meist nur auf Langstrecken. Auch dafür empfiehlt es sich, früh zu reservieren, denn die Bettchen sind rar.

Frühstmöglich einchecken

Wer in der Nähe des Flughafens wohnt, checkt schon mal am Vorabend ein und ist am Tag der Reise nur mit dem Handgepäck unterwegs. Bei der Buchung unbedingt auf die Sitzplätze mit der größten Beinfreiheit achten. So kann der Flug sogar bequemer werden als eine Fahrt in der Familienkutsche.
Manche Airlines bieten für einen Aufpreis Sonderklassen zwischen Economy und Business mit unterschiedlichen, klangvollen Namen wie „Economy Deluxe“, „First Economy Class“ oder „Premium Economy“. Neben anderen Vorteilen lässt sich in diesen Reihen der Sitz um weitere 15 Grad nach hinten stellen und bietet dadurch auch mehr Freiheit für die Beine.
Familien genießen zwar oft den Vorteil des Pre-Boardings, sitzen dafür aber auch schon eine gefühlte Ewigkeit bis es endlich losgeht. Besser andersrum – erst einsteigen, wenn alle schon sitzen.

Auch im Flieger: für Unterhaltung sorgen!

Auch im Flugzeug Unterhaltung (Malbuch, Rateblock) im Handgepäck nicht vergessen. Selbst für Mamas Smartphone gibt es eine ganze Reihe kindergeeigneter Apps (z.B. SoundTouch fürs iphone), die die Langeweile vertreiben. Den lebenswichtigen Kuschelhasen vielleicht besser im Koffer reisen lassen, damit er beim Transfer nicht verloren geht (oder er macht gleich Ferien bei Oma). Sind die Kinder noch klein, empfiehlt es sich, eine zweite Garnitur für alle Fälle im Handgepäck mitzuführen.

Kosten bei Flugreisen

Für Kinder unter zwei Jahren ist der Flug häufig umsonst, aber auf jeden Fall günstig. Trotzdem sollte man vor allem bei Langstrecken über einen eigenen Sitzplatz nachdenken. Einen quirligen Zweijährigen auch nur über zwei Stunden die ganze Zeit auf dem Schoss zu haben, kann die Entspannung deutlich hinauszögern. Das muss es einem allerdings wert sein: bis zum Altern von 12 Jahren sind das zwischen 66 bis 75 Prozent des Reisepreises für einen Erwachsenen. Geht die eigene Auto-Schale mit an Board (TÜV-Siegel „for use in aircraft“ vorausgesetzt), wird in der Regel der Kindertarif der Fluggesellschaft fällig.
Benötigt das Kleinkind zusätzlich einen Kindersitz, sollte man sich vorab informieren. Wie z.B. über die Kindersitz-Regelung bei Condor. Wenn der Kinderwagen oder der Buggy mitsoll, ist es ratsam, sich vorher zu erkundigen, wo dieser aufgegeben werden muss. Am Sperrgepäckschalter oder erst beim Boarding. Alternativ kann eine Rückentrage den Urlaub komfortabler machen: beim Stadtbummel oder Wandern ist man damit viel flexibler. Außerdem kann man auch evtl. am Reiseziel einen Buggy vom Hotel oder Verleihservice beziehen.

Jeder kennt den unangenehmen Ohrendruck während der verschiedenen Flugphasen. Besonders Kinder reagieren darauf empfindlich. Beim Start und bei der Landung deshalb darauf achten, dass die Kleinen eine Kleinigkeit essen oder trinken. Vielleicht nicht gerade Tomatensaft. Manchmal reicht sogar der Beruhigungssauger. Älteren Kindern hilft auch Kaugummi.

Kosten generell

Mit einer Tankfüllung kommt man weit. Und am Ziel der Reise braucht´s keinen Mietwagen.
Im Vergleich zum Auto ist die Anreise mit dem Flugzeug meist wesentlich teurer. Billig-Airlines bieten zwar günstige Flüge, rechnet man die Zusatzkosten mit, schwindet der Vorteil wieder.
Bei Rabatten und Sonderaktionen muss man schnell sein, denn die Kontingente sind begrenzt und gelten meist nur für bestimmte Verbindungen. Vergleichsweise günstig und gut verfügbar sind Pauschalreisen inklusive Flug. Ein Vorteil ist, dass auch die Anreise zum Flughafen und vom Urlaubsflughafen zum Hotel normalerweise gleich im Preis inbegriffen ist.
Bei der Bahn Fahren Kinder unter 6 kostenlos mit und brauchen keine eigene Fahrkarte. Unter 15 Jahren fahren sie mit einem Eltern- oder Großelternteil kostenlos mit, wenn sie beim Kauf angegeben und auf dem Ticket eingetragen sind. Erst ab 15 Jahren zahlen Jugendliche den vollen Fahrpreis.
Interessant: Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 18 Jahren erhalten für einmalig 10 Euro die Jugend BahnCard 25: und damit bei jeder Fahrt 25% Rabatt auf alle Flex- und Sparpreise des Fernverkehrs. Die Karte wird max. für 5 Jahre ausgestellt und gilt bis 1 Tag vor den 19. Geburtstag.
Entspannte Eltern erleben das Reisen mit Kindern sicher weniger problematisch. Wer schon zu Hause Sagrotantücher mit auf den Spielplatz nimmt, für den wird Reisen mit Kindern in jeder Form anstrengend.

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