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St. Martin, St. Martin, St. Martin ritt durch Schnee und Wind…

Bald ist es wieder soweit – am 11. November ist Martinstag. Und bei uns ist das für Klein und Groß ein Grund zusammenzukommen, zu singen und zu essen. Doch woher kommen eigentlich Bräuche, wie „Gribschen“ oder die Martinsgans?

Der heilige Martin von Tours wurde 316/317 im heutigen Ungarn geboren und trat mit 15 Jahren der römischen Armee bei. Er war bei seinen Kameraden beliebt und bekannt für seine Hilfsbereitschaft. So half er schon früh den Kranken und Armen, und lebte ein bescheidenes Leben.

Im Jahr 334 geschieht das, was uns bis heute an Martin zurückdenken lässt. Es war ein besonders kalter Winter und der junge Offizier Martin begegnet mitten im Schnee einem nur halb bekleideten Bettler. Martin selbst trägt nur sein Schwert und seinen Militärmantel mit sich. Doch er fühlt sich für das Schicksal des Bettlers verantwortlich und so erbarmt er sich, und teilt seinen Mantel in zwei. Kurz danach erscheint Martin Jesus Christus im Traum und er beschließt sich der christlichen Kirche als Priester anzuschließen. So ist der heilige Martin von Tours der erste, der nicht wegen eines Märtyrertodes heiliggesprochen wird, sondern aufgrund seines heldenhaften Lebens. Seine Legenden und Geschichten haben unsere Traditionen bis heute beeinflusst und sollen uns zeigen, dass auch wir nach links und rechts schauen sollen, um unseren Mitmenschen zu helfen.

Verschiedene Bräuche am Martinstag

Erst seit 1900 entspricht das Martinsfest den heutigen Bräuchen. Davor feierte man vor allem die Ernte und den Beginn der Adventsfastenzeit. Heute ist das nicht mehr der Fall.  In vielen Regionen Deutschlands ziehen Kinder mit bunten Laternen durch die Straßen, angeführt von einem verkleideten Soldaten mit rotem Mantel auf einem Pferd. Es werden Martinslieder gesungen und am Ende des Umzugs gibt es in vielen Städten ein Martinsfeuer. Die Kinder in Westdeutschland bekommen dann einen Weckmann oder Stutenkerl aus Hefeteig mit Rosinen, oder wie es in Süddeutschland üblich ist, kleine Martinsgänse aus Keks- oder Hefeteig. In vielen Gegenden gehen die Kinder mit ihren Laternen „gribschen“ – sie ziehen von Haus zu Haus und singen Martinslieder, um Süßigkeiten zu bekommen.

Traditionell gibt es am Martinstag häufig ein Gänseessen. Im Volksmund heißt es hier, dass der Brauch einer Legende entspringt. Eine davon ist, dass das Volk von Tours Martin zum Bischof weihen wollte, doch dieser war zu bescheiden und versteckte sich in einem Gänsestall. Aufgeregtes Schnattern der Gänse entlarvte Martin jedoch, und so wurde er schließlich zum Bischof geweiht. Ob die Legende nun stimmt oder nicht – ein schöner und vor allem köstlicher Brauch ist daraus allemal entstanden. Gereicht mit Knödeln und Rotkohl ist die Martinsgans eine leckere Tradition, die uns ein gemütliches Martinsfest beschert.

Warum nicht nur in Deutschland, sondern auch in den Niederlanden die Kinder mit selbst gebastelten Laternen durch die Straßen ziehen, ist aus den Geschichten über den heiligen Martin nicht überliefert. Wenn ihr aber noch keine Idee für eine Laterne für eure Kids habt, dann könnt ihr euch hier die Anleitung für eine super einfache, wasserfeste do-it-yourself Laterne holen!

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