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Deutschland braucht Frauen im Ingenieurbüro

Die Robot-Ingenieurin als Barbie-Puppe gibt es schon – seit August 2018. Aber in echten Ingenieur-Büros gibt es noch nicht genügend Frauen. Der Industrie fehlen weibliche Eigenschaften, behaupten Technik-Experten. Nur 18 Prozent der Mitarbeiter in Ingenieursberufen sind Frauen (Mikrozensus 2014). Denn immer noch werden Mädchen schon im Grundschulalter so sozialisiert, dass sie sich für naturwissenschaftliche Disziplinen für weniger geeignet halten als Jungen (DIW Berlin 2017). Dabei können mehr Frauen die Kreativität und das Wohlbefinden in der technischen Arbeitswelt steigern, so die Experten. Die deutsche Industrie könnte bei innovativen Techniken deutlich erfolgreicher sein. Personalberater bemängeln außerdem den schroffen Umgang reiner Männerteams.

Frauen bringen anderen Blickwinkel mit

Mehr Frauen in der Arbeitsumgebung bewirken einen respektvolleren Ton, einen größeren Blickwinkel für Aufgaben und insgesamt kreativere Lösungen. Personalberater glauben, dass in zukunftsweisenden Technologien ein größerer Frauen-Anteil die Industrie in Deutschland vorantreiben würde. Künstliche Intelligenz und Robotik beispielsweise würden von mehr weiblichen Mitarbeitern profitieren. Auch Prof. Dr.-Ing. Kira Kastell, die Vorsitzende des VDI-Netzwerks Frauen im Ingenieurberuf, plädiert für gemischte Teams. Denn diese finden bessere Lösungen für komplexe Probleme als homogene Gruppen, so die Professorin. Wenn die Gruppe sich wertschätzend verhält, lassen sich Potentiale am besten ausschöpfen.

Die weibliche Herangehensweise ist ebenbürtig

Es besteht die Vorstellung, in Ingenieursberufen gehe es nur um analytisches Denken und Technikverständnis. Will man als Ingenieur oder Informatiker innovativ sein, braucht man jedoch auch viel Kreativität. Schematisches Denken oder Programmieren reicht nicht aus um Ideen und Lösungen zu entwickeln. Weibliche Perspektiven und Herangehensweisen sind vielleicht anders als männliche, aber absolut ebenbürtig und genauso wichtig.

Frauenanteil steigt

Es studieren immer mehr Frauen ingenieurwissenschaftliche Fächer: Im Wintersemester 2017/2018 waren immerhin 25 Prozent aller Studierenden weiblich. Im Wintersemester 2010/2011 waren nur 20 Prozent Frauen in ingenieurwissenschaftlichen Fächern eingeschrieben. Vielleicht tragen ja auch Spielsachen wie die Barbie-Ingenieurin zu diesem Trend bei.

 

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