Gewächshaus

Gartenfreuden unter Glas

Gewächshäuser

Wer sein Gemüse lieber selber zieht und im Garten Platz hat, für den lohnt sich die Anschaffung eines Gewächshauses.
Damit lässt sich die Erntesaison deutlich verlängern. Angefangen bei der Anzucht von Jungpflanzen oder dem Vortreiben von Kräutern und Schnittblumen. Mitunter gelingt es sogar, dort ganzjährig Gemüse, Erdbeeren und Kräuter anzubauen. Schließlich kann man dort auch Kübelpflanzen überwintern oder Pflanzen wie z.B. Kakteen, Bonsai, Palmen darin sammeln.

Verschiedene Modelle

Die schönste Version besteht aus Glas, ist robust und sehr witterungsbeständig (wenn man einmal vom Hagel absieht). Dabei ist die Lichtdurchlässigkeit optimal. Außerdem: edle Gewächshäuser im Stil viktorianischer Orangerien sind auch etwas fürs Auge. Groß genug, können sie sogar als geschützter Sitzplatz dienen.
Die mittlerweile gebräuchlichste Variante besteht aus Doppelstegplatten. Sie sind bruchsicherer als Glas und dabei fast genau so lichtdurchlässig. Außerdem sind sie leicht zu reinigen und gut in der Isolierung.
Für den Anfang oder in einem kleinen Garten tut es aber auch ein Gewächshaus aus Folie. Es ist preiswert und eignet sich gut für den Anbau von Tomaten und anderem wärme liebenden Gemüse.
Je nach Stärke und Ausführung hält diese günstige Version fünf bis zehn Jahre. Bei Beschädigung lässt sich die Folie relativ einfach reparieren. Bei Sturm kommen die leichten Folienhäuschen jedoch schnell an ihre Grenzen, da die Befestigungen starken Zugkräften ausgesetzt sind.

Größe und Standort

Fest steht: je großzügiger der Raum, desto ausgeglichener das Klima. Für Hobby-Gärtner, die nur ein wenig Gemüse und ein paar Sommerblumen vorziehen wollen, ist ein kleines Modell mit drei bis acht Quadratmetern Fläche ausreichend. Eine zehn bis zwölf Quadratmeter große Grundfläche ist für den Bedarf einer vierköpfigen Familie ausreichend. Hier empfehlen sich Wärme liebende Gemüse wie Tomaten, Gurken oder Paprika. Die Höhe des Gewächshauses ist zusätzlich ein Kriterium. Der Mindestabstand sollte zwischen Pflanzen und Dach min. 30 Zentimeter betragen, sonst ersticken die Pflanzen. Auch für die Überwinterung von Kübelpflanzen ist ein ausreichend großes Haus mit zehn bis zwölf Quadratmetern Grundfläche empfehlenswert. Eine Breite von mindestens zwei Meter verschafft dabei genügend Bewegungsfreiheit.
Und wo soll´s hin? Sämlinge brauchen Helligkeit und gleichmäßige Temperaturen. Damit empfiehlt sich ein sonniger bis halbschattiger Standort – das spart auch Heizkosten im Winter. Gewächshäuser müssen nicht unbedingt freistehen. Es gibt auch Modelle, die an der Hauswand anlehnen. Eine kleine Variante hat sogar auf einem Balkon Platz.

Aluminium- oder Holzprofile

Aluminium-Gewächshäusern haben dank des Leichtmetalls eine sehr lange Haltbarkeit.
Holz ist ein sehr kostengünstiges, leicht zu verarbeitendes Baumaterial. Aber auch wartungs- und pflegeintensiver als Aluminium. Es werden vor allem tropische Harthölzer wie zum Beispiel Teak verwendet, vereinzelt auch Red Cedar. Alle anderen Holzarten leiden schnell unter dem feuchtwarmen Klima.

Heizung

Ob das Gewächshaus überhaupt beheizt werden muss, hängt von der Verwendung ab. Sollen mediterrane Kübelpflanzen darin überwintern und ab Ende Februar Jungpflanzen herangezogen werden, reicht ein sogenanntes Kalthaus aus. Eine Heizung braucht es nur für die frostsichere Überwinterung tropischer und  subtropischer Pflanzen oder für ganzjährige Gemüsekultur.
Entscheidend beim Kauf sind die Größe des Hauses, der Brennstoffpreis und Wartungsaufwand. Für Hobby-Gewächshäuser haben sich platzsparende Elektro- oder Propangasheizungen bewährt. Die Wärmequellen sollte so im Gewächshaus aufgestellt werden, dass eine möglichst gleichmäßige Verteilung im Raum gesichert ist. Pflanzen, die zu dicht beieinander stehen, behindern dabei die Ventilation. Auch sollten die Pflanzen der Heizung nicht zu nahe kommen. Um das Gewächshaus frostfrei zu halten, empfiehlt sich ein sogenannter Frostwächter. Dieser schaltet sich automatisch ein, wenn die Temperatur im Gewächshaus unter einen bestimmten Schwellenwert sinkt.

Isolierung

In Glashäusern mit Aluminiumprofilen befindet sich zwischen dem inneren und dem äußeren Profil eine isolierende Schicht aus Holz oder Kunststoff. So entstehen keine Kältebrücken.
In unbeheizten Glashäusern sollte zur Überwinterung mediterraner Kübelpflanzen eine hoch lichtdurchlässige Luftpolsterfolie, auch Noppenfolie genannt, direkt auf den Scheiben befestigt werden.

Baugenehmigung

Im Allgemeinen sind kleine Gewächshäuser genehmigungsfrei. Wesentlich ist die Größe des sogenannten umbauten Raumes. Dabei handelt es sich um das gesamte Innenvolumen des Gebäudes in Kubikmeter. Auch der Umstand, ob das Gewächshaus an Versorgungsleitungen mit Gas, Wasser und Strom angeschlossen ist, kann eine Rolle spielen. Informationen dazu gibt es beim zuständigen Bauamt. Üblicherweise ist ein Mindestabstand von drei Metern zum Nachbargrundstück einzuhalten. Da Anlehngewächshäuser oft als Erweiterung des Wohnraums gelten, ist eine Baugenehmigung in diesen Fällen meist nötig. Ausnahmen gelten bei unter Denkmalschutz stehenden Häusern.

Klimatisierung

Eine gute Luftzirkulation ist wichtig, um Krankheiten und Schädlinge einzudämmen. Deshalb muss ein Gewächshaus regelmäßig via Dachfenster oder geöffneter Tür gelüftet werden. Dies dient auch zur Abhärtung der Pflanzen und zur Vermeidung von Hitzestaus.
Durch eine Schattierung wird die Menge des einfallenden Sonnenlichts reduziert und damit die Temperatur im Innern niedrig gehalten.
Bei größeren Modellen kann im Frühling mit Schattierfarbe für Schatten gesorgt werden. Diese wird auf die Eindeckung des Gewächshauses aufgebracht. Im Herbst muss das Ganze aber wieder runter, wenn das Häuschen auch im Winter genutzt werden soll.
Dauerhaft dagegen sind Aluminiumlamellen. Sie werden manuell oder über Fotozellen gesteuert und reagieren schnell auf Veränderungen der Lichtbedingungen. Die Lamellenvariante ist nicht ganz billig und deshalb in erster Linien bei empfindlichen Pflanzen zu empfehlen. Bei kleinen Gewächshäusern genügt ein spezielles Schattiernetz, dass von außen über das Glashaus gespannt wird.
Kletterpflanzen können eine preiswerte und attraktive Schattierung sein. Die sollte man allerdings in Schach halten, da sie sonst das Gewächshaus zu stark verdunkeln. Um dabei das Veralgen der Scheiben zu verhindern, hilft ein Rankgerüst mit etwas Abstand zum Gewächshaus.

Der Preis

Die Kosten sind abhängig von der Größe, dem Material (Holz- oder Alurahmen, Folie, Glas- oder Kunststoffscheiben) und der Ausstattung. Kleine Foliengewächshäuser mit einer Größe von sechs Quadratmetern gibt es bereits ab 100 Euro. Für ein stabileres Gewächshaus mit Aluminiumgestell und Glas oder Doppelstegplatten in der gleichen Größe muss schon mit 400 bis 500 Euro gerechnet werden. Wer von einem englischen Gewächshaus mit einem gemauerten Sockel träumt, ist schnell mal mit mehreren Tausend Euro dabei. Kosten für ein Fundament fallen dabei auch noch an. Wie immer gibt es auch hier nach oben keine Grenze.

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