Ein Traum geht in Erfüllung: Mein erster LandRover

Ein Traum geht in Erfüllung: Mein erster LandRover

Zugegeben: Eigentlich halte ich gar nichts von Autofanatikern. Sportwagenfahrer, die meinen ein Heidengeld für ein Auto ausgeben zu müssen, haben entweder Potenzprobleme oder andere Minderwertigkeitskomplexe. Und das gilt nicht nur für Männer, sondern auch für Frauen (nicht, dass mir hier etwas unterstellt wird…). Und ich muss zugeben: Irgendwie gehöre ich dazu.

svg%3EIch mag zwar keine besonders schnellen Autos, aber auffällig, individuell und außergewöhnlich sollen sie schon sein. Bei mir hat das aber selbstredend ganz andere Gründe. Vor gut einem Jahr war es wieder soweit: Ein neues Auto musste her. Und diese Tatsache führte mich in gefühlt zwanzig Autohäuser, jedweder Marke. Opel, Volkswagen, Nissan, Mercedes, BMW – ich hab mich tatsächlich ganz offen nach Modellen unabhängig von der Marke umgeschaut.

Mal abgesehen davon, dass mir (27, weiblich und in der Freizeit gerne in Jeans unterwegs – also auch beim Autokauf) offenbar kein Autoverkäufer zutraut, ein Auto zu kaufen, waren die Besuche auch sonst frustrierend. 

Jetzt mal ehrlich: Deckt man die Markenlogos ab, sehen die Autos in den verschiedenen Klassen alle gleich aus. Also ich kann keinen Fiesta von einem Golf unterscheiden und keinen Quashqai von einem Tucson.

Deprimiert und desillusioniert – willkommen in der Konformitätsgesellschaft – machte ich mich im Internet auf die Suche. Und erlaubte mir zu träumen. Aus Urlauben kenne ich den Defender von LandRover – zugegeben ein ziemlich martialisches Gefährt mit dem Vorteil, dass der ab Werk mit Beulen, Macken und Kratzern ausgestattet ist. Versteht mich nicht falsch, ich kann Autofahren. Gut sogar. Aber wie entspannt ist ein Auto, an dem man nicht jeden Steinschlag sieht und ausbessern muss? An dem jeder Steinschlag vielmehr zum Charakter beiträgt? Vor allem bedeutet der Defender für mich aber Freiheit pur: Das Auto bringt mich überall hin, ohne Wenn und Aber. Die Freiheits-Sehnsucht hat so weit gereicht, dass ich mir tatsächlich online ein paar Gebrauchte angeschaut habe. Bezahlbar sind die englischen Alleskönner. Aber leider gänzlich unbrauchbar für den westeuropäischen Alltag: Keine grüne Plakette, Spitzengeschwindigkeit bei 120 km/h und ein Spritverbrauch, der einen nervös macht. Freiheit hin, Freiheit her – ich habe einen Alltag und den Defender auf später verschoben. Aber einmal bei LandRover gelandet, bin ich neugierig geworden.

svg%3EUnd dann fand ich ihn: den relativ neuen Freelander 2. Quasi die Warmduschervariante des Defenders. Mit Sitzheizung, einem Motor, der Spitze 200 km/h fährt, mit allen relevanten Sicherheitssystemen aufwartet. Und: eine Atrappe. Den Freelander 2 gibt es seit 2011 erstmalig als Zweiradantrieb. Das darf man natürlich nicht wirklich laut sagen, aber wer braucht in Westeuropa schon einen Allradantrieb? Und wer braucht schon einen LandRover? Richtig, niemand! Aber ich wollte einen. Und dank des abgesteckten Antriebs und einem tollen Angebot eines Vorführwagens, war das Gefährt entgegen meiner Erwartung zwar kein Schnäppchen, aber durchaus bezahlbar. Ein gut ausgestatteter Golf ist da heute auch nicht mehr preiswerter.

Tja, und seitdem freue ich mich auf jeden Ausflug und spüre bei allen Touren die Freiheit und die unbegrenzten Möglichkeiten. Ich könnte, wenn ich wollte, jetzt fast überall hin fahren – und wenn die Sitze umgeklappt werden, bietet mein Bulli sogar genug Platz um darin zu schlafen. Gibt es was besseres?

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