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Radfahren im Winter

Diejenigen, die jeden Raum mit verschränkten Armen betreten, mit den Worten: „hier ist es aber kalt!“ brauchen gar nicht weiter zu lesen. Sie werden keinen Gedanken ans Fahrradfahren im Winter verschwenden. Dabei lässt sich die Outdoor-Aktivität auch in dieser Jahreszeit fortführen.

Vorausgesetzt, man ist gut vorbereitet:

Lichtblick

Auch am Tag die Beleuchtung einschalten und so einstellen, dass die Mitte des Lichtkegels etwa zehn Meter vor dem Rad auf die Straße fällt.

Winterreifen

Wie beim Auto sollte der Mantel ausreichend Profil haben. Je breiter der Reifen, desto sicherer fährt es sich im Winter. Mit bis zu 12 cm dicken Reifen sind die sogenannten Fatbikes echte Spezialisten für Schnee. Aber auch für das Tourenrad gibt es spezielle Winterreifen mit extra-rauen Laufflächen, mit und ohne Spikes, z. B. von Continental und Schwalbe. Der Aufwand lohnt sich. Spikes, kleine Metallstifte, geben zusätzlichen Halt beim Fahren auf vereisten Flächen oder auf festgefahrenem Schnee. Im Stadtverkehr nutzen sich diese allerdings schnell ab.

Rutschpartie

Lässt sich eine frische Schneedecke noch gut bewältigen, kommt man bei der  festgefahrenen schnell mal ins Rutschen. Auch überfrierende Nässe braucht Aufmerksamkeit. Deshalb:

  • Immer schön Abstand halten und vorrausschauend fahren
  • das Tempo reduzieren (lieber 5 Minuten früher losfahren)
  • in Kurven weder treten noch bremsen
  • wenn es doch sein muss, dann frühzeitig und maßvoll bremsen. Am besten mit der Hinterradbremse.
  • auf dem Glatteis Lenkbewegungen wenn möglich vermeiden und ohne bremsen ausrollen
  • für besseren Halt den Luftdruck im Reifen etwas absenken
  • Pedale rutschfester machen. Entweder mit einem sogenannten Griptape oder gleich spezielle Pedale mit einer rauen Oberfläche montieren
  • auch den Sattel etwas (zwei bis drei Zentimeter) absenken, um bei Bremsmanövern schneller Boden unter die Füße zu bekommen.

Schmieren und salben

Alle beweglichen Teile am Fahrrad sollten regelmäßig geschmiert werden, um sie vor Streusalz, Schmutz und Nässe zu schützen. Kette nicht vergessen!

Wintermantel für den Akku

E-Bikes und Pedelecs brauchen im Herbst und Winter übrigens eine Extrabehandlung. Akkus von E-bikes und Pedelecs büßen bei niedrigen Temperaturen an Leistungsfähigkeit ein, dadurch sinkt die Reichweite. Wer keinen Platz in der Garage oder im Keller hat, kann mit einer Neoprenhülle den Akku vor Kälte schützen oder nimmt ihn am besten mit ins Haus.

Zwiebel-Look

Radeln hält warm, deshalb muss die Kleidung gar nicht so dick, aber auf jeden Fall aber wasser- und windabweisend sein. Mehrere dünne Kleidungsschichten übereinander halten besser warm und man kann in warmen Räumen Schicht für Schicht ablegen. Wer leicht ins Schwitzen kommt, sollte außerdem ein Ersatzoberteil  im Rucksack dabeihaben.

Sehen und gesehen werden

Also: warm, winddicht, wasserfest –  und außerdem gut sichtbar.
Dafür braucht es keine schreiend bunte Funktionskleidung aus dem Fachgeschäft. Eine herkömmliche Warnweste über der Jacke reicht für den Weg zur Arbeit. Zusätzliche Reflektorenbänder für die Hosenbeine sorgen dafür, dass man auch im Dunkeln nicht übersehen wird.

Must-have  Helm

Auch wenn er bisher keine Pflicht ist, der Helm sorgt in der dunklen Jahreszeit für zusätzliche Sicherheit. Aber auch hier gilt: helle Farben und Reflektoren werden vom Autofahrer besser gesehen. Neue Modelle gibt es sogar mit Beleuchtung, aber auch ältere Helme lassen sich mit LED-Lampen nachrüsten.

Radler-Schuhe

Mit dem salzigen Schneematsch ärgert sich schon der Fußgänger herum. Auf der Fahrbahn steht man an der Ampel mitunter sogar knöcheltief im Sulz. Deshalb ist das gute Büro-Schuhwerk im Rucksack besser aufgehoben, robuste Stiefel sind zweckmäßiger. Es gibt für diese Jahreszeit auch noch sogenannte „overshoes“ also Überschuhe, in dezenten Farben als auch in „Gummistiefel-Gelb“. Nicht nur für Fahrradfahrer interessant: beheizbare Thermosohlen, inkl. Thermostat, der anspringt, wenn die Temperatur unter 31° fällt. Und bei 41° stellt er wieder ab.

Garantiert unübersehbar

Die Niederländischen Firma Drycyle bietet dafür (und für Fahrten im Regen/Schnee) einen Fahrrad-Regenschirm, der am Lenker montiert wird.

Wem das nicht reicht, der kann sich eines der verschieden Fahrradzelte zulegen. Dazu gibt es nette Demos auf Youtube.

Ungeräumte Radwege

Ist ein Radweg nicht gestreut oder geräumt, entfällt auch bei ausgeschilderten Radwegen die Benutzungspflicht. In diesem Fall besser auf der Fahrbahn fahren.

 

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