Oma

Plötzlich Oma

Der 24. Dezember steht unverrückbar im Kalender. Weihnachten ist immer. Und der ein oder andere wird trotzdem immer wieder davon überrascht. Der Geburtstermin meines ersten Enkelkindes war mit dem Tag der Eröffnung seitens der Tochter in allen Köpfen. Sechs lange Monate. Und die Tage vor dem Termin waren dann auch spannend.

Trotzdem bin ich überrascht. Überrascht, dass alles schließlich doch so schnell ging, dass meine Tochter bei all dem Unbekannten so souverän blieb, dass man selbst mit der ganzen Lebenserfahrung die letzten Tage schlecht schlief. Überrascht, dass man plötzlich Oma heißt. Der neue Opa hat einen Riesenspaß, mich morgens damit zu begrüßen. Und seine Kumpels fragen feixend, wie es sich denn anfühle, mit Oma ins Bett zu gehen.

Und wie fühlt es sich an?
So ein Würstle auf dem Arm. Mit 3600 g immerhin mehr als doppelt so schwer wie seine Mutter bei ihrer Geburt. Doch so winzig – aber ein Menschlein mit allem Drum und Dran. Das schönste Enkelkind der Welt. Ganz die Oma. Dem Stimmvolumen nach eine zukünftige Operndiva (die Allüren kommen schon noch). Und schon jetzt ein Opfer des Wettknuddelns der frischgebackenen Großmütter.

Man hat doch selbst gerade erst den Jüngsten vorsichtig durchs Treppenhaus getragen. Windpocken getupft. Rotznasen geputzt. Man hat sich doch eben erst damit abgefunden, dass man für den Rest seines Lebens Schnürsenkel-binden trainiert (seit wann kann er das denn jetzt eigentlich schon?)

Lass sie kommen, die Tage bei Oma mit Gummibärchen-Orgien und Lieblingsspeisen auf Zuruf! Kraft meines neuen Amtes darf ich jetzt Rosinen picken. Den Kampf ums Zähneputzen übernimmt die Mama. Auch die Diskussion über das erste Tattoo mit 12 (alle anderen dürfen!) ist Papas Angelegenheit. Das Beste von allem: Ich muss auf keinen f…ing Elternabend mehr!

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