zuckerfrei leben

Süsse Sünde

Zuckerfrei leben

Man möchte es nicht glauben: 100g Zucker pro Tag – so viel nimmt jeder Deutsche durchschnittlich zu sich. Das kann nicht gut gehen! Er liefert zwar schnelle Energie und Glukose ist tatsächlich für viele Körperfunktionen notwendig – z. B. verbraucht das Gehirn pro Tag ca. 140 g – dazu braucht´s aber keinen isolierten Zucker. Den kann sich der Körper auch aus der Stärke von Getreide und Gemüse umwandeln. Es geht hier also nicht um den Zucker in Früchten, sondern um den zugesetzten Industriezucker, der sich in fast allen verarbeiteten Lebensmitteln – auch salzigen – befindet.
Wer auf Zucker verzichtet, hat erstmal mit Entzugserscheinungen zu rechnen. Als da wären Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Heißhungerattacken und nicht zuletzt Stimmungsschwankungen und Gereiztheit. Wenn man den rauen Anfang aber erstmal hinter sich hat, kann man in kurzer Zeit eine positive Entwicklung erkennen.

Das Sättigungsgefühl verbessert sich

Ein zu hoher Konsum von künstlicher Fructose (nicht natürlicher, wie sie in Obst und Gemüse vorkommt) führt über die Zeit zu einer Leptin-Resistenz: Das Sättigungshormon Leptin, das dem Gehirn unter normalen Umständen mitteilt, dass der Magen voll ist, versagt seinen Dienst – was am Ende zu Übergewicht führt. Eine Entwöhnung von Fructose-Glukose-Sirup und andere industriell hergestellte Fructosearten verbessert damit allein schon das Sättigungsgefühl.

Gewichtsverlust ganz nebenbei

Im Gegensatz zu komplexen Kohlenhydraten, Proteine oder Fette, die zunächst einmal im Darm aufgespalten bzw. umgewandelt werden müssen, geht Zucker direkt ins Blut. Industriezucker enthält viel Energie aber weder Vitamine noch Mineralstoffe. Die berüchtigten „leeren Kalorien“, die man in vielen verarbeiteten Produkten „versteckt“ findet. Das lässt den Blutzuckerspiegel zackig ansteigen, die Bauchspeicheldrüse schüttet entsprechend Insulin aus und der Zucker wird in den Zellen in Fett verwandelt. Ein zu viel des „Guten“ und Übergewicht oder Fettleibigkeit (Adipositas) sind die Folgen. In der Fußgängerzone und auf Gruppenfotos wird es offensichtlich: In Deutschland sind bereits rund 53% der Frauen und 67% der Männer übergewichtig – mit zunehmender Tendenz. Abgesehen davon, dass der bloße Verzicht auf Zucker der Gesundheit insgesamt förderlich ist, erfährt man auch fast automatisch einen Gewichtsverlust. Schließlich schützt der Umstand, dass der Blutzuckerspiegel über den Tag hindurch relativ bleibt, auch vor Heißhungerattacken.

Ohne Zucker mehr Energie

Übermäßiger Zuckerkonsum lässt uns träge und antriebslos werden. Auch für Schlafprobleme kann er ursächlich sein. Im Gegensatz zu alten Werbesprüchen der Schokoriegel-Industrie hat man ohne Zucker mehr Energie, ist wacher und fitter. Zudem fällt das Ein- und Durchschlafen leichter.

Quietsch süß

Wer einmal eine Zeit lang auf Süßes verzichtet hat, wird feststellen, dass Lebensmittel mit viel zugesetztem Zucker oder Süßigkeiten, bald als viel zu süß empfunden werden. Gleichzeitig wird Obst oder auch Apfelschorle viel süßer wahrgenommen, als zuvor. Auch die Stärke in Gemüse oder Brot.
Schöner wird man auch noch
Zu viel Zucker schadet auch der Haut. Er lässt sie schneller altern, macht sie anfälliger für Unreinheiten, Pickel und Akne, denn Zucker wirkt entzündungsfördernd. Ohne Zucker wird die Haut reiner.

Gesundheitsrisiken

Abgesehen von landläufig bekannter Diabetesgefahr soll Zucker auch mit einem erhöhten Risiko für Herzkrankheiten in Verbindung stehen.
Genauso wie zu viel Alkohol kann zu viel Zucker negative Auswirkungen auf die Leber haben. Sie kann den überhöhten Konsum nicht mehr verarbeiten und verfettet zunehmend. Reduktion dagegen kann die Leber entlasten.
Schließlich beeinflusst zu viel Zucker die Darmflora: unregelmäßige Verdauung, Blähungen, Völlegefühl und Verstopfungen sind häufig das Ergebnis. Auch die Vermehrung von Darmpilzen wie Candida albicans wird von Zucker genährt. Das erklärt auch den Heißhunger, schließlich brauchen die Pilze immer neuen Stoff, um sich zu vermehren.

Lesebrille nicht vergessen

Von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen sind höchstens fünf bis zehn Prozent der täglichen Kalorien, also etwa 25 Gramm.
Um den Zuckergehalt in fertigen Lebensmitteln in der Inhaltsrangfolge weiter unten zu halten, wird sein Gesamtanteil gerne zerlegt und verbrämt: Agavendicksaft, Kokosblütenzucker, Reissirup, Honig, Ahornsirup, Melasse, Rohrohrzucker, Dextrose, Laktose, Glukose, Maltodextrin, Gerstenmalz. Zusammengenommen müsste er damit aber auf den vorderen Plätzen stehen. Und das nicht nur bei Süsskram. Auch bei Müsli, Saucen, Salatdressings, fertige Salate, Asiafood, Dosensuppen – sogar bei fettreduziertem Jogurt, Kinderjogurt, Müsliriegeln und Smoothies.

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