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Finanzierung

Die Finanzierung eines Hauses, egal ob Du selber baust oder kaufst, ist eine Wissenschaft für sich. So leidig dieses Thema auch ist, Du solltest dich ausführlich damit beschäftigen, um die für dich beste Finanzierung zu wählen.

Zurzeit gibt es sehr günstige Hypothekendarlehen schon ab 4-5 % Zinsen. Eine wesentliche Entscheidung die getroffen werden muss und von der auch die Zinsen abhängig sind, ist die Zinsfestschreibung. Als Kreditnehmer kannst Du die Zinsfestschreibung weitgehend selber bestimmen. „08/15“ Angebote der Banken enthalten meist eine Festschreibung der Zinsen für die nächsten zehn Jahre. Es gibt allerdings auch Kreditinstitute, die eine Zinsfestschreibung von bis zu 20 Jahren anbieten.

In einer Niedrigzinsphase lohnt es sich, die Zinsen lange festzuschreiben. Sind die Zinsen auf dem aktuellen Kapitalmarkt hoch, empfiehlt sich eine eher kürzere Zinsbindung, da davon ausgegangen werden kann, dass die Zinsen langfristig wieder sinken.
Der Vorteil einer langen Zinsfestschreibung liegt auf der Hand: Sicherheit. In der Zeit, in der die Zinsen fest sind, hast Du eine klar kalkulierbare Belastung durch die Rückzahlungen, die sich nicht ändern. Allerdings kostet dich diese Sicherheit auch etwas: Der Zins steigt mit der Länge der Zinsfestsetzung. Ein Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung ist im Schnitt ca. 0,5 % teurer als ein Darlehen mit fünfjähriger Bindung.

Eine weitere große Rolle bei der Finanzierung spielt die Anfangstilgung. Von der Anfangstilgung hängt es ab, wie hoch die Restschuld am Ende der Zinsfestsetzung noch ist und wie lange Sie brauchen, um das Darlehen komplett abzubezahlen.In der Regel kann man sagen, dass die Anfangstilgung so hoch wie möglich gewählt werden sollte. Denn jeder Euro, der zusätzlich in die Anfangstilgung fließt, erspart Ihnen zukünftige Kreditzinsen. Außerdem belohnen viele Banken hohe Anfangstilgungen mit günstigeren Krediten. Es lohnt sich also, eine genaue Kalkulation aufzustellen, wie hoch die Anfangstilgung sein darf.

Risikos erkennen und minimieren!

Wenn Sie sich für eine Finanzierung entschieden haben, machen Sie mit Ihrer Bank einen Risikocheck. Dafür müssen Sie die maximale Kreditlaufzeit angeben – in der Regel der Eintritt in die Rente. Beim Risikocheck wird folgendes Szenario durchgespielt: Die Zinsbindung ist abgelaufen und der Zins steigt auf 8 %. Wie hoch ist die monatliche Rate dann, um das Darlehen in der gesetzten Frist abzubezahlen. Können Sie im Notfall diese Rate noch bezahlen, dann ist steht die Finanzierung auf sicheren Beinen. Würde Ihre Finanzierung bei diesem Szenario aber zusammenbrechen, sollten Sie noch einmal kleinere Umstellungen an Zinsbindung und Tilgungsrate vornehmen.

Kleine Zahlen – große Zahlen

Kleine Unterschiede bei den Zinsen, haben eine große Wirkung!

Nur ein kleines Beispiel:

  • Darlehen: 100.000 €
  • Monatsrate: 600 €
  • Effektivzins: 4,0 %
  • Restschuld nach 20 Jahren: 807 €
  • Effektivzins: 4,5 %

Restschuld nach 20 Jahren: 10 676 €

Es lohnt sich also, Angebote zu vergleichen und auch auf die Zahl hinter dem Komma Wert zu legen.

Hallo Frau Tipp
Lange Zinsbindungen machen vor allem bei knappen Finanzierungen Sinn. Erliegen Sie nicht dem Versuch, Geld zu sparen, indem Sie eine kurze Zinsfestschreibung wählen, um in den ersten Jahren Geld zu sparen. Das kostet in der Zukunft nur mehr.


Hallo Frau Tipp

Bei der Tilgungsberechnung sollten Sie darauf achten, dass die Darlehen spätestens zum Beginn Ihrer Rente komplett abbezahlt sind. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Sie in Rente für die Tilgungskosten nicht mehr aufkommen können. Nur wenn Sie im Rentenalter schuldenfrei sind, können Sie Einkommenseinbußen durch mietfreies Wohnen ausgleichen.


Hallo Frau Tipp

Eine Immobilie zu kaufen oder zu bauen, ist eine große und langfristige Investition. Deshalb muss das Vorhaben gewissenhaft und möglichst genau geplant werden, damit keine unerwarteten Kosten auf die Käufer oder Bauherren zu kommen, die das Projekt im schlimmsten Fall sogar zum Scheitern bringen können.