Uhren als Wertanlage: Schmuck mit Potenzial

Wirtschaftsexperten haben über Jahrzehnte zu Gold oder Aktien als Geldanlage geraten. Doch inzwischen ist auch Gold kein unangefochtener Geheimtipp mehr für eine sichere Investition und Aktienkurse sind nach wie vor schwer einzuschätzen. Geldanlagen bei Banken erscheinen in der momentanen Lage aufgrund der niedrigen Zinsen ebenfalls unattraktiv. Da lohnt es sich, nach alternativen Investitionsobjekten Ausschau zu halten. Eine Möglichkeit findet sich in hochwertigen Uhren. Ihr Anschaffungspreis ist hoch und das Prestige noch höher. Wie bei jeder Investition bergen Uhren sowohl Chancen als auch Risiken. Was gilt es zu beachten?

Der passende Marktplatz und die richtige Wahl

Zuerst einmal ist es ratsam, den Uhrenmarkt aufmerksam zu beobachten. Preistrends sind nur in seltenen Fällen stabil, weisen mitunter enorme Schwankungen auf. Auf Online-Plattformen wie Chrono24 können Sie sich einen ersten Überblick über hochwertige Uhren renommierter Marken verschaffen. Experten empfehlen Luxusuhren von Herstellern wie Rolex, Patek Philippe und A. Lange & Söhne, denn diese sind preisstabil. Mit Modellen dieser Firmen können Anleger nicht viel verkehrt machen. „Das ist, wie wenn man beim Roulette auf Rot oder Schwarz setzt. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Farbe kommt, ist ziemlich hoch“, veranschaulicht Thomas Wanka, Chefredakteur der Zeitschrift „Uhren-Magazin“, die Uhren-Anlage. Der Einsatz, in diesem Fall der Kauf der Uhr, ist zunächst einmal hoch. Die Verlustrisiken halten sich jedoch in Grenzen. Nicht nur die genannten Branchenprimusse eignen sich für derartige Investitionen. Marken wie Omega, Jaeger-LeCoultre oder Panerai haben bewiesen, dass sie finanzpolitisch schwere Zeiten wie die Finanzkrise 2008 ohne erhebliche Wertverluste überstehen können.

Die Steuern nicht vergessen

Die Investition als langfristige Geldanlage lohnt sich – mit Blick auf das Finanzamt zumindest für Privatpersonen. Dieses unterscheidet bei der Anlage zwischen drei Ebenen: Ist es eine Privatinvestition, also keine gewerbliche Tätigkeit, dann wird von „privaten Veräußerungsgeschäften“ gesprochen. Hierbei muss zwischen Erwerb und dem Verkauf der Uhr ein Jahr liegen. In diesem Fall darf der Verkäufer den Gewinn steuerfrei für sich behalten. Liegt die Zeitspanne darunter, liegt die steuerfreie Grenze bei 600 Euro. Darüber liegende Gewinne müssen als „Sonstige Einkünfte“ bei der Steuererklärung angegeben und versteuert werden. Erwerben und verkaufen Sie häufiger Uhren und erzielen damit höhere Gewinne, fallen Sie mitunter in die dritte Ebene der gewerblich Handelnden. In jedem Fall ist es ratsam, seinen steuerlichen Status prüfen zu lassen. Bei der Berechnung der zu erwartenden Rendite aus den Uhrenanlagen wird in einigen Fällen die Steuer vergessen und im Nachhinein wartet das böse Erwachen mit der Steuernachzahlung. Einfacher ist es, schon vor dem Kauf daran zu denken.

„Es ist wie mit Aktien.“

Neben den Steuern sind weitere Faktoren einzuberechnen: Eine Selbstverständlichkeit sind die angemessene Lagerung und Pflege, damit die Uhren ihren Wert behalten. Und so niedrig das Risiko erscheinen mag, bleibt der Uhrenkauf ein Spekulationsgeschäft. Anders ausgedrückt: „Es ist wie mit Aktien“.

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