Gaming auf dem Smartphone

Frauen gegen Männer in der Gaming-Welt

Von wegen Videospiele sind eine Männerdomäne: Frauen setzen sich fast ebenso häufig an die Konsole oder spielen auf Tablet und Handy. Rund 41 Prozent der über 16-jährigen Mädchen und Frauen zählen in Deutschland zu den Gamern. Bei den Männern sind es gerade mal vier Prozent mehr.

Der Trend zeichnet sich seit Jahren ab. Vor allem bei den Browser-Games lagen schon 2013 die Frauen mit 48 Prozent der Nutzer nur knapp unter dem Anteil der männlichen Spieler. Deutlich größer war vor sieben Jahren allerdings noch der Unterschied bei den Online-Spielen, bei denen 60 Prozent der Gamer männlich waren.

Das hat sich geändert, seit Online-Spiele mittlerweile das gesamte Spektrum abdecken, was ursprünglich den Konsolenspielen vorbehalten war. Action- und Strategiespiele, Rollenspiele und Rennsimulationen laufen heute genauso auf Smartphones und Tablets wie auf Xbox und Playstation.

Gaming auf dem Smartphone

Mobile Spiele werden immer beliebter bei Frauen (Quelle: Pixabay)

Unterschiede gibt es weiterhin bei der Art der bevorzugten Spiele. Während Männer wie Frauen Geschicklichkeitsspiele lieben, mögen die Damen es dennoch schneller als die Herren. Von kurzen Spielen wie Candy Crush oder Bejeweled für die Mittagsspause über schnelle Automatenspiele legen die Frauen Wert auf Tempo und rasche Ergebnisse. Die männlichen Gamer hingegen stört es viel seltener, wenn sich ein episches Rollenspiel bis zum Morgengrauen hinzieht.

Das heißt nicht, dass Frauen an den populären Shooter- und Multiplayer-Games keinen Gefallen finden. Ego-Shooter wie Counterstrike, Global Offensive und Overwatch sind auch bei den weiblichen Gamern beliebt.

Doch während es bei den Männern inzwischen zahlreiche Profi-Videospieler gibt, die bei millionenschweren internationalen Meisterschaften antreten, ist die Anzahl der Profi-Frauen deutlich geringer, selbst in Ländern, in denen Video-Games längst als Esport anerkennt und geschätzt sind. Das liegt zum Teil daran, dass es erst wenige reine Frauenturniere gibt und die Gamerinnen bei den gemischten, männerdominierten Turnieren noch immer um Akzeptanz kämpfen müssen.

Dabei versuchen einige Frauen seit Jahren, die Geschlechterbarriere zu durchbrechen. Katherine „Mystik“ Gunn, die erfolgreichste Gamerin bei Halo Reach, gewann im Jahr 2010 die zweite und damit letzte Saison der amerikanischen Reality-TV Show WCG Ultimate Gamer. Außer Halo Reach spielt sie unter anderem Hearthstone, ein auf Karten basierendes Spiel, bei dem die Taktik entscheidend ist.

Was Hobby-Gamerinnen und immer mehr Gamer bei den meisten Spielen stört, ist der Mangel an starken Charakteren unter den weiblichen Rollen. Das von Stereotypen und Klischees geprägte Frauenbild, das am Anfang die Videospiele dominierte, wandelt sich nur langsam. Während die ersten Frauenrollen häufig die Prinzessin in Nöten waren, ballern sich seit Lara Croft aus der „Tomb Raider“-Serie immer mehr Frauen durch die Abenteuer auf dem Bildschirm. Doch selbst Laras Kampftalent brauchte lange, um nicht von den üppigen Kurven und der knappen Kleidung der virtuellen Darstellerin überschattet zu werden.

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