blau machen

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Ab jetzt bleibt der Staubsauger für zwei Wochen im Schrank. Bodenreinigung – an sich schon Sisyphos-Arbeit – ist während des Karnevals komplett sinnfrei. Konfetti rieselt beständig aus Federboa, Hosenaufschlag, Perücke, Manteltaschen, etc. und findet sich in allen Ecken. Dabei haben wir in unserem Landstrich das Meiste schon hinter uns. Die Narren springen hier schon seit Dreikönig jedes Wochenende durch malerische Fachwerkstädtchen und Dörfer. Hartliner verpassen keinen Umzug. Mein persönlicher Narr legt zwischendurch ein Päuschen ein. Er ist auch kein junger Springinsfeld mehr und die Rekonvaleszenz dauert mit jedem Lebensjahr länger. Von Hirschhausen behauptet, die Leber wachse mit ihren Aufgaben. Da kommt das eine oder andere Organ in der Gegend hier seiner Agenda kaum nach.

Fünf gerade sein lassen. Sich den Wolf tanzen. Einen über den Durst trinken. Die Jungs von der Sambagruppe anflirten. Ausgelassen sein. Alles prima. Die fünfte Jahreszeit – für viele die beste Zeit des Jahres. Aber viel zu kurz.

Also der Abend. Nach ein paar Stunden geht der Unterhaltungswert nämlich gegen Null. Denn um einen herum sind viele breit. BAT steht auf dem T-Shirt des Halbstarken: breiter als der Türsteher.  Und nicht nur die Halbstarken können nicht mehr reden, nicht mehr tanzen, wenn sie überhaupt noch stehen. Aber ein Asbach-Cola geht noch. Die einen wissen am nächsten Morgen nicht, wie sie ins Bett gekommen sind. Die anderen wissen nicht, wer neben ihnen liegt und warum. Schade um die Nacht, an die man sich gar nicht mehr erinnert.

Ich werde alt. Meine Zeit wird knapp. Aber für Abenteuer, von denen ich gar nichts mehr weiß, ist sie mir zu schade.

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