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Immer mehr weibliche Zocker: Mädchen und Frauen erobern die Gaming-Welt

Gaming macht dumm, träge und ist vor allem bei Jungs beliebt – diese Vorurteile sind immer noch weit verbreitet, obwohl Studien sie widerlegt haben. Denn Gaming fördert bestimmte Fähigkeiten und die Mehrheit der 30 Millionen Deutschen, die in ihrer Freizeit regelmäßig Videospiele zocken, ist inzwischen weiblich.

Frauen zocken laut einer Studie der Entertainment Software Association (ESA) mindestens genauso gerne wie Männer. Spielerinnen über 18 Jahre machen demnach mit 36 Prozent den größten Anteil der Gaming-Community aus. Das Genre spielt dabei eine entscheidende Rolle. So sind bei der weiblichen Zielgruppe Tetris, Dr. Mario oder Die Sims wie auch Farmsimulations-Games besonders beliebt. MMOs, Shooter- und Sportspiele hingegen können Frauen weniger begeistern. Die Hersteller sowie die Anbieter für Browsergames haben das erkannt und ihr Angebot in spezielle Kategorien unterteilt, so etwa in Spiele für Mädchen und Frauen. Natürlich bleibt jeder Spielerin selbst überlassen, für welche Kategorie sie sich entscheidet.

Gaming macht schlau

Diese zu testen, lohnt sich: Gaming macht nämlich schlau, wie aktuelle Studien zeigen. Regelmäßiges Daddeln vergrößert sogar bestimmte Teile des Gehirns und verbessert bestimmte Fähigkeiten. Jugendliche Spieler von Online-Games schnitten in den Tests der Wissenschaftler zum Beispiel beim Rechnen und Lesen besser ab als die Teilnehmer, die ausgiebig in sozialen Netzwerken surften. Virtuelles Tischtennis wiederum fördert das räumliche Vorstellungsvermögen sowie die Reaktions- und Navigationsfähigkeit. Letztere benötigt man etwa beim Autofahren. Im Gegensatz zur Meinung medienkritischer Eltern leisten Computerspiele darüber hinaus einen Beitrag zum Lernerfolg. Die New Yorker Schule „Quest to Learn“ setzt beispielsweise als didaktisches Mittel auf Games, Wissenschaftler der Universität Leipzig untersuchen neue medienpädagogische Konzepte, die digitale Spiele integrieren, und auch deutsche Lehrer setzen vermehrt auf PC-Spiele in der Schule, um Kinder das Lernen schmackhafter zu machen.

Karriere in der Gaming-Industrie

Frauen in der Spielbranche? Während das vor einigen Jahren noch unvorstellbar war, ist das vermeintlich schwache Geschlecht heutzutage gefragter denn je. Bislang kamen Frauen überwiegend als Spielfiguren à la Lara Croft in den Games selbst vor. Das ändert sich. Frauen, die leidenschaftlich gerne daddeln und sich für die grafische Komponente oder die Produktionsbedingungen bei Games interessieren, sollten sich nicht scheuen, ihr Hobby zum Beruf zu machen. Diese Beispiele von erfolgreichen Frauen in der deutschen Gaming-Industrie beweisen, dass nicht nur Männer das nötige Know-how dafür mitbringen. Sie übernehmen die Verantwortung für große Budgets und behaupten sich in der immer noch männerdominierten Branche.

Und das Ausbildungsangebot wird stetig erweitert. Nach dem Schulabschluss haben Gaming-Begeisterte etwa die Möglichkeit, sich an der Games-Academy zu bewerben. Angehende Studenten können sich hier zwischen den Fachrichtungen Game Design, Game Programming, Game Production und Digital Art entscheiden. Eine Orientierungshilfe bieten die Open Campus Days am 18. November in Berlin und am 25. November in Frankfurt am Main.

Bildrechte: Flickr Pax Prime 2015 328 SupportPDX CC BY 2.0 

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