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Kapitalauszahlung/Verrentnung

Autor Nachricht
Verfasst am: 11.10.08 [07:48]
Gretchen
Themenersteller
Dabei seit: 17.08.2008
Beiträge: 13
Hallo Expertin! icon_biggrin.gif

Ich habe eine Frage. Gerade versuche ich meine private Altersvorsorge zu strukturieren und stocke dabei immer bei Möglichkeiten, die man sich nicht als Kapitalauszahlung ausschütten lassen kann. Irgendwie habe ich dann das Gefühl ich bin zu fest gebunden und wenn ich das Geld vorher brauchen sollte, habe ich keine Chance dran zu kommen.
Macht es Ihrer Meinung nach Sinn eine Lebensversicherung verrentnen zu lassen?
Aus diesem Grund lehne ich nämlich eigentlich auch die Riesterrente ab, die mir vermutlich schon etwas bringen würde...

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Gretchen
Verfasst am: 14.10.08 [15:29]
sabinerandel
Dabei seit: 26.09.2008
Beiträge: 14
Hallo Gretchen,

also für die Private Altersvorsorge gibt es generell verschiedene Möglichkeiten:

betriebliche Altersorge
Riester-Rente
Rürup-Rente
konventionelle oder fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen

Je nachdem in welcher Lebenssituation Sie stecken, macht die eine oder andere Möglichkeit mehr Sinn. Das muss zunächst mal geklärt werden. Dann sagen wir: immer zuerst mit dem Staat sparen, sprich mit finanzieller Förderung. In diesen Fällen, ist es fast immer so, dass Sie sich dann das Kapital ab 60 nur verrenten lassen können.

Betriebliche Altersvorsorge - ab 60 Rente oder Kapitalauszahlung möglich
Riester – ab 60 max. 30% Kapitalausz. und Rest als Rente oder alles als lebenslange Rente
Rürup - ab 60 lebenslange Rente

Vorteile von Riester und Rürup:
Diese beiden Formen der Altersvorsorge sind geschaffen worden um Teile der zukünftigen Rentenlücken zu schließen. Sie sind ähnlich der gesetzl. Rente und deshalb im Alter lebenslange Renten. In der Ansparphase, also heute, erhalten Sie Förderung durch Zulagen, bzw. Steuererleichterungen. Heute gibt Ihnen der Staat was dazu, deshalb hat er zu Ihrem Schutz entschieden, dass sie sich Ihr Kapital dann nur verrenten lassen können. Damit will der Staat sicherstellen, dass das Geld nicht in einem Rutsch ausgegeben wird…

Dann Ihre Frage, wenn Sie das Geld vorher brauche sollten,… Also da mein Tipp. Sie sollten insgesamt so strukturiert sparen, das ein Teil flexibel gespart wird, das Sie immer dran können. Einen anderen Teil für die Altersvorsorge, der sollte fix sein, denn die Rente vom Staat wird definitiv nicht reichen!!! Sollten dennoch mal alle Stricke reißen, stellen Sie die Beitragszahlung ein. Holen Sie sich das angesparte Kapital auch raus, müssen Sie bei Riester und Rürup die erhaltenen Zulagen und Steuererstattungen zurückzahlen. Diese Variante sollte aber nur für den absoluten Supergau angewendet werden! Denn es geht um Ihre Altersvorsorge! Aber im schlimmsten Fall der Fälle, wenn Sie Geld bräuchten, kämen Sie schon dran.

Wenn Sie u.a. ein Produkt wählen, bei dem Sie später eine monatliche Rente erhalten, ist die "Handhabung" leichter. Sie kennen schon heute ungefähr Ihre späteren monatlichen Bezüge. Haben Sie Kapital, müssen Sie das nach Auszahlung dann wieder erneut anlegen. Bei einer Neuanlage werden ggf. wieder Kosten fällig,…

Also Sie sehen, ein komplexes Thema. Ich würde Ihnen vorschlagen, suchen Sie sich einen Fachmann, eine Fachfrau, die mit Ihnen gemeinsam Ihre komplette Situation strukturiert und dann schaut, was die geeigneten Sparformen für Sie sind. Wie groß Ihre Rentenlücke ist,...

Es gibt für beide Seiten, Kapital oder Rente Vor- und Nachteile, je nach Situation.

Gerne biete ich Ihnen meine Hilfe in einem persönlichen Gespräch an. Sie finden mich unter Finanzen, Betriebe im 4er PLZ Bereich.

Einen lieben Gruß,

Sabine Randel

Noch zu Riester:
Die Förderung kann sich sehen lassen, gibt in fast allen Fällen Sinn.


Expertin für Altersvorsorge
Verfasst am: 19.10.08 [12:13]
Rike
Dabei seit: 27.04.2008
Beiträge: 13
Hallo Frau Randel,

das ist ja toll, dass Sie hier so ausführlich antworten. Vielleicht haben Sie ja auch einen Tipp für meine Unsicherheit.
Auch ich beschäftige mich gerade mit der Strukturierung meiner Altersvorsorge und habe bisher keinen Partner dafür gefunden, dem ich voll vertraue.
Ich werde immer gefragt, wieviel Geld ich denn im Alter zur Verfügung haben will. Ich bin aber noch keine dreißig, kann also weder meinen zukünftigen Lebensstandard einschätzen, noch Inflation und was nicht alles noch reingerechnet werden muss.
Wie soll ich also einschätzen, wieviel Geld ich im Alter benötige? Können Sie mir da vielleicht einen Tipp geben? Das wäre wirklich super!

Vielen Dank schon einmal jetzt für Ihre tolle Unterstützung!

Rike
Verfasst am: 19.11.08 [12:05]
sabinerandel
Dabei seit: 26.09.2008
Beiträge: 14
Liebe Rike,

ich komme erst heute zur Beantwortung Ihrer Frage. Ich war im Urlaub...

Also wie Sie Ihren Rentenbedarf im Alter ermitteln.
Zunächst mal müßen Sie sich die Frage stellen wollen Sie das Geld was Sie heute monatlich netto zur Verfügung haben auch im Alter haben. Oder eher mehr oder weniger. Wie wollen Sie im Rentenalter leben? Im Eigentum oder zur Miete? In Deutschland oder im Ausland? Mit oder ohne Partner? Wollen Sie reisen, Seminare besuchen, viel unternehmen oder zurückgezogen zu Hause leben,... Das ist ja sehr individuell.

Es geht dabei darum, das Sie sich den Idealzustand erstmal vorstellen. Dann tuen Sie, als wenn Sie schon morgen im Renterin wären. Dann ermitteln Sie mal die Kosten des gewünschten Lebensstils mit den Preisen/WErten von heute.

Da sehen Sie schon, ob Sie mit Ihrem heutigen Netto auskommen oder nicht. Vielleicht überdenken Sie dann auch nochmal das Szenario.

Wenn Sie wissen, was sie heute ungefähr bräuchten, wenn Sie heute schon Renternin wären. Dann rechnet man den monatlichen Wert mit der Inflation hoch.

Also zunächst müßen Sie sich eine Meinung über Inflation bilden. Sind es die 2% die häufig in den Medien kommen oder sind es eher 3,16%? Das ist die statistisch ermittelte Inflation der letzten 30 Jahre. Oder sind es doch eher 4-6% pro JAhr. Denn ein Renter bedient sich eher eines anderen Warenkorbes als der, der vom statistischen Bundesamt festgelegte Warenkorb.

Wenn Sie IHRE Inflation gewählt haben. Die Sie für die nächsten Jahre, bis Sie 67 sind durchschnittlich vermuten, dann können Sie Ihren monatlichen Bedarf damit hochrechen.

Sie sehen, ich habe nun schon viel geschrieben und Sie sind wahrscheinlich immer noch nicht ganz bei Ihrer Antwort. Das ist ein Thema, mit dem Sie sich ausführlich auseinander setzen müßen. Gerne unterstütze ich Sie bei der Bedarfsermittlung, das geht allerdings in einem persönlichen Gespräch etwas besser. Denn dann kann ich individueller auf Sie eingehen. Besser kann ich hier nicht antworten, da jeder Mensch soviele Kriterien hat, die es zu berücksichtigen gibt.

Einen lieben Gruß,

Sabine Randel

Expertin für Altersvorsorge


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