Fahrangst

Fahrangst
Fahrangst ist in der Öffentlichkeit bisher noch ein Tabuthema. Anders als bei Flugangst haben die Betroffenen oft Hemmungen darüber zu sprechen.


Aber woher kommt Fahrangst, was kann man gegen Fahrangst tun und wie viele Menschen mit Fahrangst gibt es überhaupt? Wir haben mit Dr. Karin Müller, Verkehrspsychologin, gesprochen.
 
Hallo Frau: Sie kennen Fahrangst aus Ihrer beruflichen Praxis sehr gut. Ist Fahrangst ein reines Frauenthema? 
Dr. Karin Müller: Fahrangst ist kein reines Frauenthema. Natürlich gibt es auch Männer mit Fahrangst. Wir machen unsere Seminare in einer reinen Frauengruppe, weil es einige Frauen gibt, die im Bezug auf das Autofahren sensibel auf Männer reagieren. Außerdem sprechen Betroffene nicht gerne über ihre Fahrangst, Männer wahrscheinlich noch weniger gerne als Frauen. 

Hallo Frau: Woher kommt die Fahrangst denn überhaupt?
Dr. Karin Müller: Das hat ganz verschiedene Ursachen. Einige Betroffene haben Fahrangst seit einem Unfall, andere sind lange nicht mehr gefahren und fühlen sich von dem Verkehr überfordert und bei wieder anderen sind Ängste im Allgemeinen ein großes Problem. 
Straße

Hallo Frau: Wie weit ist eigentlich Fahrangst in der Bevölkerung verbreitet? Gibt es Zahlen, wie viele Autofahrer betroffen sind?

Dr. Karin Müller: Konkrete Zahlen, wie viele Autofahrer unter Fahrangst leiden sind mir nicht bekannt. Aber grundsätzlich ist davon auszugehen, dass es mehr sind, als man gemeinhin denkt.


Hallo Frau: Ist Fahrangst denn überhaupt gleich Fahrangst?  
Dr. Karin Müller: Nein, so unterschiedlich die Ursachen für Fahrangst sind, so unterschiedlich sind auch die Arten von Fahrangst. Einige Betroffenen trauen sich gar nicht mehr hinters Steuer, andere fahren nur noch bekannte Strecken und wieder andere fahren nicht bei Dunkelheit, keine Autobahn oder ähnliches.
 
Hallo Frau: Was kann man gegen Fahrangst unternehmen?
Dr. Karin Müller: Es helfen Entspannungsübungen wie Yoga, Autogenes Training oder spezielle Atemtechniken. Diese beruhigenden Elemente helfen in allen Angstsituationen dem Betroffenen sich ein wenig zu beruhigen.
Was jeder Einzelne gegen seine individuelle Angst tun kann, hängt konkret davon ab, woher die Fahrangst bei dem Betroffenen kommt. Manchmal reichen einige Fahrstunden, manchmal sind intensivere Gespräche notwendig. In unseren Seminaren gegen Fahrangst „Mehr Mobilität für Frauen“ erarbeiten wir Empfehlungen für jede Teilnehmerin individuell.
Hallo Frau: Welche Auswirkungen hat denn Fahrangst?
Dr. Karin Müller: Auch das lässt sich nicht einfach pauschal beantworten. Autofahren ist für Menschen mit Fahrangst eine absolute Stresssituation und so zeigen sich unterschiedliche Angstsymptome. Vielen wird schon beim Gedanken an das Autofahren schlecht. Außerdem sind auch Atemnot, Schweißausbrüche und Schwindel typische Symptome.
Spaß am Fahren
Hallo Frau: Kann man Fahrangst auch vorbeugen?  
Dr. Karin Müller: Fahrangst kann man nicht ausschließen, sie kann jeden betreffen. Aber natürlich gibt es einige Faktoren mit denen man der Fahrangst entgegenwirken kann. Seinen Fahrlehrer oder seine Fahrlehrerin sollte man mit Bedacht auswählen und nach der Prüfung ist es dann wichtig, Routine auszubilden, d.h. beim Fahren immer in der Übung zu bleiben Außerdem sollte man sich in seinem eigenen Tempo dem Auto fahren nähern. Schließlich ist Fahrangst ja nicht komplett unbegründet. Die Teilnahme am Straßenverkehr ist nicht grundsätzlich ungefährlich, das wird von vielen „normalen“ Autofahrern oft vergessen. Aber auch als Fußgänger setzt man sich einer gewissen Gefahr aus. Wichtig ist es also einen gesunden Respekt vor dem Straßenverkehr und dem Auto zu haben, so dass man vorsichtig und sicher unterwegs ist, aber trotzdem mobil bleibt.


Hallo Frau: Herzlichen Dank für das Gespräch! 


Leiden Sie selbst auch an Fahrangst? In unserer Seminarreihe „Mehr Mobilität für Frauen“ helfen wir und die Verkehrspsychologinnen Ihnen dabei, die Fahrangst zu überwinden.      

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