Falsch getankt

Benzin oder Diesel, Super oder Normal

Falsch getankt
Schnell ist es passiert, ob aus Hektik, Stress oder Träumerei… Wenn Sie bemerken, dass Sie zur falschen Zapfsäule gegriffen haben, stoppen Sie sofort den Tankvorgang. In manchen Fällen kann so noch Schlimmeres für Ihren Motor und Geldbeutel verhindert werden.

Bis 2 Prozent, also 1 L falscher Sprit in einem Tank mit 50 Liter Fassungsvermögen, ist es unproblematisch, wenn das restliche Tankvolumen mit dem richtigen Treibstoff gefüllt ist.

Sie haben Super statt Normalbenzin getankt?

Kein Problem! Ganz im Gegenteil, ihr Motor wird sich für das Beauty-Programm bedanken und viel ruhiger laufen.

Sie haben Normalbenzin statt Super getankt? 
Nicht optimal, aber Sie können fahren!

Eine motorschonende, gemäßigte und defensive Fahrweise ist erforderlich. Bitte beachten sie Folgendes:
-    Max. halbe Gaspedal-Stellung
-    Keine kräftige Beschleunigung
-    Max. Drehzahl 3.000 Umdr./Min.
-    Keine zu niedrigen Drehzahlen unter Belastung
-    Richtgeschwindigkeit um 100km/h
-    So schnell wie möglich Super-plus nachtanken (also nicht ,,leerfahren‘‘)

Hintergrund: Normalbenzin hat eine niedrigere Oktanzahl (Maß für Klopffestigkeit des Kraftstoffes) als Super und neigt damit stärker zu Frühzündungen. Diese führen zu harten Verbrennungsgeräuschen (Klopfen) und können den Motor schädigen. Während bei modernen Motoren die Zündung sich mit Hilfe des „Klopfsensors“ auf den getankten Kraftstoff einstellen kann und dann lediglich mit verringerter Leistung fährt, können ältere Modelle dies nicht.

Sie haben Benzin statt Diesel getankt?
Das Mischungsverhältnis ist ausschlaggebend! Bei einer nur geringen Menge von Benzin, können Sie direkt Diesel in den Tank nachfüllen und am besten bis zum abschalten des Zapfhahns. So bleibt der prozentuale Benzinanteil gering und schadet dem Motor nicht. Haben Sie es zu spät gemerkt und der Benzinanteil würde über 2% betragen, dann muss der Tank ausgepumpt werden. Starten Sie auf keinen Fall den Motor!

Die möglichen Maximalanteile von Benzin für Ihr Fahrzeugmodell finden Sie in der Betriebsanleitung. Bei Minusgraden im Winter ist das Beimischen von Benzin sogar ein übliches Mittel um ein Verklumpen des Diesels zu verhindern. 

Sie haben Diesel statt Benzin getankt? 
Allerdings sollte bei 2% Diesel im Benzintank (entspricht ca. dem Zweitaktgemisch 1 zu 50) gleich Super-plus nachgetankt werden (voll bis zum Abschalten, keinesfalls randvoll), auch zur besseren Durchmischung des Tankinhaltes und zur Verbesserung der Oktanzahl.
Großes Problem! Wenn mehr als 2% Diesel in einen Benzintank gelangt ist, darf der Motor auf keinen Fall gestartet werden. Da Diesel die Klopffestigkeit stark verringert und zu verstärkten Frühzündungen führt, ist dies äußerst schädlich für den Benzinmotor. Hier hilft nichts anderes als den Tank leer zu pumpen. 

Wenn Sie Glück haben, befindet sich neben der Tankstelle eine Werkstatt und Ihr Problem kann direkt vor Ort behoben werden. Ansonsten kann es durch ein benötigtes Abschleppen teurer werden.
Info:
Bei Hochdruck-Einspritzanlagen in Dieselmotoren bzw. Benzinmotoren mit Direkteinspritzung ist eine Falschbetankungen besonders kritisch zu betrachten.

Achtung: Das Absaugen des Treibstoffes sollte nur von sachkundigen Personen durchführt werden.
  • Moderne Tanks haben unten am Eingang meist Siebe und Rückschlagklappen, die beim Hineinführen eines Schlauches beschädigt werden können oder der Schlauch verklemmt und lässt sich nicht mehr herausziehen oder reißt ab.
  • Die Treibstoffe und Treibstoffdämpfe sind gesundheitsschädlich (giftig) und ggf. hoch entzündlich (Benzin).
  • Bei Benzin ist ein Potentialausgleich gegen statische Aufladung beim Hantieren am offenen Tank erforderlich. Es sind schon Fahrzeuge dabei abgebrannt!
  • Nicht in Garagen durchführen, nicht kleckern (umweltschädlich, Verpuffungs-/Brandgefahr).
  • Feuerlöscher und Hilfspersonen sind erforderlich!
 
Alle Angaben sind ungefähre Werte und können zwischen den verschiedenen Autotypen variieren.

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