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Renault im Salzmantel

Es wird Zeit. Nach Keller und Kleiderschrank ist jetzt mal das Auto fällig. Und da ich meine Besuche in der Waschstraße pro Jahr an den Händen zählen kann, bin ich jeweils sehr großzügig und nehme immer das volle Programm. Unterbodenwäsche, Wachs und allem Pipapo. Aber vorher gibt’s noch ein bisschen Handarbeit mit der Shampoobürste. Das Autokennzeichen, die Radkappen, das Signet, der Typennamen – alles schön schrubben und ab durch die Bürsten.

Die größere Arbeit kommt jetzt erst. Erstaunlich, was sich so alles findet, wenn man mit dem Staubsaugerschlauch unter die Sitze kriecht. Da ist er ja, der rechte Sonntags-Handschuh vom Heimwerker. Hoffentlich hab ich den anderen nicht schon entsorgt. Ein Ladekabel vom letzten Smartphone. Erstaunliches fördern auch Seitenfächer, Handschuhfach, Sitztaschen zu Tage: CDs verschiedener musikalischer Entwicklungsphasen des Teenies, mindestens 10 angebrochene Tempopäckchen,  ein weiteres, altes Ladekabel, leere Kulis, leere Kaugummidosen, Hörbücher. Und Rätselhaftes: eine Ansammlung verschiedener Eiskratzermodelle und Parkscheiben, die im Bedarfsfall nicht zu finden waren. In Zeiten von Navis ist der Atlas 2011/12 für ne grobe Orientierung gut genug und darf hinter dem Beifahrersitz bleiben.

Die Fußmatte auf der Fahrerseite ist endgültig „durchgebremst“ – blöderweise gibt’s die Dinger nur im 4er-Set, dabei wäre die zweite Reihe noch völlig o.k.

Nachdem alle Flächen, die nicht textil sind, ordentlich geschrubbt wurden, kommen wir nun zum dezenten Tages-Make-up: Die Cockpitpflege und allem anderem, was aus Kunststoff besteht. Einsprühen, einreiben, fertig. Gleichzeitig kommt damit auch ein frischer Duft in die Kabine. Der Kofferraum beherbergt im Alltag neben Sprudelkisten auch den Familienhund und braucht deshalb ein bisschen mehr Aufmerksamkeit. Haare, Haare und noch mehr Haare. Und Hundeschnauze an Fensterscheibe. Und weil ich heute sonst nix mehr auf dem Programm habe und außerdem die Sonne scheint, gibt’s noch ein bisschen Lippenstift: Gummipflege an alle Türen und Fenster. Die Pickerl vom letzten Jahr müssen auch noch weg. Und am Ende bekommen die Polster noch eine Auffrischung aus der Spraydose. Und – schwupps- sieht die Karre vom Heimwerker daneben aus wie ein Baustellenfahrzeug.

Gerade ist mein gutes Stück durch die Inspektion und der Schrauber meines Vertrauens meinte, dass der Wagen für sein Alter sehr gut dastehe. Das ist unter anderen Umständen kein echtes Kompliment, aber für meine Kiste lass ich das voll gelten. Bin ganz stolz.

Und es kommt mir erstmal kein A-Jugendspieler mehr mit dreckverkrusteten Stollen auf die Rückbank.

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